Gran viaje


Holaa,
Nachdem wir Freiwilligen Sylvester zusamen in Sucre verbracht habe, und das neue Jahr gebührig begrüßt haben, sind Katha (eine Freiwillige aus Tarabuco) Ariane und Ich mit der Flota nach La Paz gefahren. Die Nachtfahrt war angenehmer als gedacht: Wir hatten zwar, um zu sparen, nur Semi cama (also den Bus mit ungemütlichen Sitzen) gebucht, haben aber überlebt ;D Okay zugegeben, nach zwölf Stunden Fahrt waren wir ziemlich fertig, aber es war schon okay.
Katha und Ich haben gleich nach unserer Ankunft eine Flotafahrt nach Copacabana (der Hafenstadt vor der Isla del Sol) gebucht und die Stunde bis zur Abfahrt im Bahnhof verbracht. Wir haben diesen Nachmittag und eine Nacht in Copacabana verbracht und selbiges besichtigt um am nächten Morgen pünktlich auf die Insel zu können.
Unser barquee (Bötchen) stach pünktlich um halb neun mit zwei viel zu müden „gringas“ (Touristen) auf See. In Cha´lla pampa, dem Norden der Isla del Sol angekommen, haben wir erst mal Oscar, einen Freund von Romina (meiner Cousine) besucht, der uns gleich eine riesen Hilfe war, da wir unsere Backpacker, für die erste Bergbesteigung, bei ihm lassen durften. Also ging es los zu den Incaruinen: Bei über 4000m einen Berg zu besteigen ist alles andere als einfach! Ab einem gewissen Punkt merkt man einfach jeden weiteren Höhenmeter. Die Ruinen waren ziemlich Interessant, vor allem die Inca Rituale, die auch Katha und ich gemacht haben. Zum Beispiel durften wir uns dank eines Heiligen Felsens und mit Hilfe eines kleinen Steines und einer bestimmten Reihenfolge von Bewegungen etwas wünschen.
Danach sind wir auf dem Einheimischen Weg nach Cha´lla gelaufen. Eine gute Stunde mit unseren Rucksäcken über die Isla hat uns beide ziemlich erschöpft! Aber für den Ausblick und die Ankunft in dem Dorf am Strand hat sich die Anstrengung wirklich gelohnt. Okay außer dem Strand und Eseln gibt es in Cha´lla auch nichts besonders schönes, aber es war eine wirklich schöne Zeit dort! Ich habe Sonne tanken und baden können. Ich liebe es einfach Zeit am Strand zu verbringen. Auch wenn es nur am Fluss Titicaca war. Und Ich konnte sehen, wo Romina vor drei Jahren gelebt hat und habe bei ihrem Gastvater übernachtet. Die Nacht über konnte man vom Bett aus die Wellen rauschen hören und super viele Sterne sehen. Ein kleines Paradies, das ich als Reiseziel nur empfehlen kann!
Am nächsten Tag ging unsere Wanderung weiter, oder gerade erst los, denn bis zum Süden sind es zwei bolivianische Stunden Weg. Wir haben über vier Stunden gebraucht um im Süden der Insel anzukommen und aus dem Brunnen der ewigen Jugend trinken zu können. Ich bin in meinem Leben noch nie einen so anstrengenden Weg gelaufen. Wir waren so erschöpft wie noch nie als wir angekommen sind. Aber es ist einfach ein traumhaft schöner Weg! Die Aussicht ist an jedem Punkt des Incaweges einfach atemberaubend!
Völlig erschöpft haben wir dann am Nachmittag ein Boot zurück nach Copacabana genommen um gleich weiter nach la Paz zu reisen. Da gab es typisch für Bolivien mal wieder Komplikationen: Unser Bus war plötzlich kaputt und nicht mehr in der Lage zu fahren sodass wir gucken mussten wie wir in La Paz ankommen. Wir haben dann einen Truffi (einen Kleinbus, für circa 15 Personen) genommen. In Bolivien ist einfach Spontanität die Devise. Da wir vom Flotafahrer natürlich kein Geld zurück bekommen hatten, wussten zwei Brasilianische mitreisende nicht wie sie nach La Paz kommen sollten, da ihr Geld nicht für eine weitere Fahrt gereicht hat. Katha und ich haben ihnen die Fahrt nach La Paz dann mit Freude bezahlt, die beiden, vor allem das Mädchen, waren nämlich total verzweifelt. Eine Chance für mich nach Gottes Vorbild zu handeln.
In La Paz angekommen hat natürlich auch die Hostelsuche länger gedauert als nötig, sodass ich einfach nur froh war als ich mitten in der Nacht endlich ein Bett zum schlafen hatte.
An unserem ersten Tag in La Paz habe ich erst mal eine heiße Dusche genommen, denn das ist auf Reisen gar nicht so selbstverständlich! Danach haben wir die Messe, zu Reyes Magos (heilige drei Könige,) in der Plaza Murillo Kirche (am Hauptplatz) besucht. Noch am selben Tag haben wir , wie auch an den Folgetagen, den Mecado de Artesanía (Mark für Handarbeiten) besucht, auf dem alles nur erdenkliche aus den typisch Bolivianischen Stoffen, Kleidung aus Alpacca und natürlich Silberschmuck mit Natursteinen zu finden ist. Dort haben natürlich auch Katha und ich viele Souvenirs gekauft 😀 Einen Tag sind wir mit der Seilbahn hoch ins El Alto gefahren auf den riesigen Markt wo man von Kleidung bis geklaute Elektronik wirklich alles kaufen kann. Natürlich wurde mir „gringita“ auch ein bisschen was geklaut, aber dafür ist El Alto nun mal bekannt. Dieser Markt ist so groß das wir nur Teile besichtigen konnten aber es war trotzdem faszinierend! An den Abenden haben wir uns entweder in gemütliche Restaurants gesetzt und den Tag gemütlich ausklingen lassen oder uns mit anderen Freiwilligen getroffen, die ebenfalls in La Paz waren, und gemeinsam ein paar schöne Stunden verbracht. Das wohl tollste an La Paz sind für mich persönlich die unzähligen Straßenstände, die Elektrogeräte, Schulsachen, Brillen, Parfüm und vor allem Snacks und Getränke für wenig Geld anbieten und unglaublich verlockend sind.
Außerdem haben wir Tiwanaku besucht, eine Fundstädte von Inkaruinen. Besonders bekannt für die Meterhohe Pachamama Statue (Göttin „Muttererde“) und das Sonnentor. Ein sehr schöner, informativer und beeindruckender Ausflug, wenn man bedenkt, was die Inka mit ihren bloßen Händen alles erbaut haben. An unserem letzten Abend sind wir Freiwilligen noch alle gemeinsam mit der Seilbahn hoch ins El Alto und haben uns La Paz von oben angesehen: Ein riesen Meer aus Lichtern!
An Unserem Letzten Tag sind Katha, Katrin und ich dann die Death Road mit dem Fahrrad runter gefahren. Ich hatte das Ganze ehrlich gesagt unterschätzt: Ich dachte wir fahren einen vernünftigen Weg, mit schönem Ausblick entlang, aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass es sich um einen richtigen Mountainbike- Weg voller Geröll handelt. Und dementsprechend beängstigt war ich während des Fahrens auch! Dieser Weg hatten den Nahmen Todesstraße nicht umsonst: es gibt einfach zu schnell zu kurvig Bergab, zu mindestens für meinen Geschmack. Anfangs habe ich also verzweifelt versucht langsam zu fahren und nicht die Abhänge runter zu fallen. Aber später habe ich mich an die Angst gewöhnt, sie sogar vergessen, und wurde zu einer der schnellsten Fahrradfahrer. Die Bremse habe ich aufgehört zu umklammern und angefangen diese Erfahrung zu genießen.
Nach La Paz waren wir noch für zwei Tage in Cochabamba, wo ich mir eine dort angefertigte, wunderschöne Gitarre gekauft habe. Außerdem haben wir die Weltgrößte Jesusstatue besichtigt.
Eine wirklich schöne Reise durch den Norden Boliviens die ich, vor allem mit Katha zusammen, gemacht habe. Jetzt bin ich wieder voller neuer Motivation und kann neu gestärkt in die Arbeit gehen.
Besos,
Saritaa
Ps.: Die Bilder können einfach nicht ausdrücken, was ich bezauberndes sehen durfte.

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